Versöhnlicher Saisonabschluss in Hamburg

Am vergangenen Sonntag reiste die Zweitliga-Mannschaft der Braunschweig 89ers zum letzten Saisonspiel nach Hamburg zu den Hamburg Knights. Bei bestem Baseballwetter wurde dort das wegen Regen ausgefallene Spiel aus dem September nachgeholt.

Nach den beiden Siegen gegen die Berlin Flamingos hatten sich die 89ers vorgenommen, die gestartete Siegesserie auszubauen und die Saison erfolgreich zu beenden. Am Ende konnten die Braunschweiger tatsächlich zwei Siege aus Hamburg entführen und beenden die Saison auf dem sechsten von elf Tabellenplätzen mit neun Siegen aus 20 Spielen.

Der ersten Begegnung des Tages konnte Sebastian Kaluza (7 IP, 0 ER, 5 K, 0 BB) erneut seinen Stempel aufdrücken. Gewohnt routiniert dominierte er die Schlagmänner der Knights und führte die 89ers zu einem 10:2-Sieg. So klar wie der Endstand war die Partie lange nicht. Erst im letzten Inning konnte die Offensive der Braunschweiger, unterstützt von einigen Fehlern in der Verteidigung der Hamburger, den 4:1-Zwischenstand ausbauen. Vorher hatten die 89ers zwar immer wieder Läufer in aussichtsreicher Position auf den Bases, konnte aber den entscheidenden Hit nicht landen. Der Braunschweiger Angriff brachte insgesamt 13 Hits zustande. Je zwei Hits hatten Robert Dröge, Max Jaeger, Timm Strübing, Mika Kockmann und Robert Buschtöns.

 

Das bessere Spiel des Tages sahen die zahlreichen Hamburger Baseballenthusiasten im Publikum bei herbstlichem Sonnenschein ab 15 Uhr. Die zweite Partie des Tages blieb bis zum letzten Schlagmann des letzten Innings spannend. Das glücklichere Ende hatten die Braunschweig 89ers und konnten die Partie knapp mit 3:2 für sich entscheiden. Großen Anteil hatte daran 89ers-Pitcher Mika Kockmann (7 IP, 1 ER, 4 K, 5 BB), der den Knights zwar sechs Hits erlaubte, aber immer wieder mit gut platzierten Strikeouts die Angriffbemühungen des Gegners beendete. Unterstützung bekam er von einer guten Defense, die das ein oder andere clevere Play machen konnte, um die aggressiven Läufe der Knights zu stoppen.

Bis ins vierte Inning sah das Spiel nach einer eindeutigen Sache für die 89ers aus. Nach Robert Dröges 1:0 auf Schlag von Marc Hoffmann im ersten Inning, konnten Timm Strübing und Marvin Voigt die Führung auf Schläge von Sebastian Kaluza und Heiko Meier auf 3:0 ausbauen. Der Bruch in den Braunschweiger Offensivbemühungen kam im fünften Inning. Bei einem Aus hatten die 89ers Läufer auf der zweiten und dritten Base. Zwei schnelle Aus beendeten dann aber die Hoffnungen der Braunschweiger auf die Vorentscheidung. Die Knights machten es in diesem Inning besser. Bei zwei Aus gelang es ihnen, den Läufer von der zweiten Base nach Hause zu schlagen und den Rückstand auf 3:1 zu verkürzen. Die Knights witterten Morgenluft und beendeten den 89ers-Angriff zu beginn des sechsten Durchgangs mit drei schnellen Aus. Weitere Erleichterung hätte sie in der unteren Hälfte des sechsten Innings erreichen können, doch ein gut getimter Wurf von 89ers-Catcher Max Jaeger ans zweite Base überraschte den dortigen Knights-Läufer zum dritten Aus. Das oft beschworene „Momentum“ war wieder auf Seiten der 89ers, die daraus im siebten Inning kein Kapital schlagen und trotz Läufer auf erster und zweiter Base keine Punkte erzielen konnten.

„Nur noch drei Aus“, sagten sich die Braunschweig 89ers zu Beginn der unteren Hälfte des siebten Innings. Doch daraus wurde vorerst nichts: Gleich die ersten beiden Schlagleute der Knights konnten per Single und Double die zweite und dritte Base besetzen. Ein Flyout zum Shortstop brachte das erste Aus für die 89ers-Verteidigung. Ein weiter Flyball brachte dann das zweite Aus, aber gleichzeitig auch den 2:3-Anschlusspunkt für die Knights, wobei die Braunschweiger den anderen Läufer auf der zweiten Base halten konnten. Der nächste Schlagmann schlug erneut einen hohen Ball ins rechte Centerfield. Doch Braunschweigs Centerfielder Marvin Voigt gehört zu den schnellsten Spielern im Team und konnte den Ball zum erlösenden dritten Aus und Doppelsieg für die Braunschweig 89ers fangen.

Braunschweigs Schlagleute konnten gegen die Hamburger Pitcher in der Partie lediglich vier Hits erzielen (Dröge, Kockmann, Voigt, Meier). Die Verteidigung erlaubte sich nur eine Fehler.

„Wir haben am Ende eine tolle Moral bewiesen und uns diesen Sieg erkämpft. Wer hätte nach alle den Strapazen der Saison mit vielen Verletzungen und Ausfällen, unnötigen Niederlagen, Corona-Shit und schlechtem Wetter gedacht, dass wir einen so schönen Saisonabschluss haben werden. Und das Ganze im Oktober in Hamburg, wo wir in den letzten Jahren häufiger mit Regen und Spielabsagen zu kämpfen hatten,“ zeigte sich Coach Timm Strübing versöhnlich mit dem Ende einer durchwachsenen Saison. „Es ist toll zu sehen, wie einige Spieler die Chance, die sie durch die zahlreichen Verletzungen ihrer Mannschaftskameraden bekommen haben, nutzen und Verantwortung übernehmen. Als Beispiel kann man Mika Kockmann nennen, der durch die zeitweise Abwesenheit von Sebastian Kaluza und Leon Mühlen als Pitcher eine wichtige Rolle übernommen hat und nun schon den zweiten Sieg einfahren konnte. Robert Buschtöns und Heiko Meier haben ebenfalls am letzten Spieltag und auch schon davor gezeigt, dass man auf sie bauen kann. Eigentlich ist es fast schade, dass wir keine Möglichkeit haben, die angefangene Winning Streak weiter auszubauen.“

Eine interessante Notiz am Rande: Manch ein 89ers-Akteur war nach dem Spiel so erschöpft, dass er zu müde war, an der Nachbereitung des Spieltages teilzunehmen. Am Ende ist er zum ersten Mal in seiner langen Karriere auf der Rückfahrt eingeschlafen. Aber mit einem schönen Win im Gepäck, 14 gespielten Innings auf dem Mound und an der zweiten Base und insgesamt sieben Auftritten am Schlagmal sei ihm der Schlaf gegönnt...


Header Logo.png