Hamburg Stealers haben in beiden Spielen in Extra Innings den längeren Atem

Da wurde dem Baseball-Fan richtig was geboten. Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga Nord-Nordost traf der Tabellenführer Braunschweig 89ers auf die Bundesliga-Reserve der Hamburg Stealers. Vor einer tollen Kulisse schenkten sich beide Teams nichts und boten hochklassigen Baseball. Nach der regulären Spielzeit stand es in beiden Spielen unentschieden. Am Ende waren es Kleinigkeiten und vielleicht auch die größere Erfahrung, die in solchen Spielen den Unterschied machen. Im ersten Spiel dauerte es 11 Innings, bis sich die 89ers mit 2:4 geschlagen geben mussten. In der zweiten Partie hieß es nach 8 Innings 3:6. Trotz der beiden ersten Niederlagen der Saison bleiben die 89ers weiter auf dem ersten Platz (10:2 Siege), dicht gefolgt von eben jenen Stealers (7:2). Jetzt ist es wichtig, den Fokus nicht zu verlieren, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Die 89ers erwischten eigentlich einen guten Start gegenBen von der Thüsen, den Starting Pitcher der Stealers. Leider konnten sie keinen Punkt im ersten Inning erzielen. Leadoff Robert Dröge gelang gleich zu Beginn der Partie ein Double. Doch beim Versuch weiter bis zur dritten Base zu laufen, konnte er durch ein knappes Play ausgeworfen werden. Max Jaeger und Cordell Bowie kamen per Single und Walk auf Base, ein Punkt war also definitiv drin. Doch ging das Inning durch ein Fly-Out im Leftfield und ein Strike-Out ohne Punkte zu Ende. Die Stealers hingegen nutzen gleich ihre erste Chance gegen den Starter der 89ers, Leon Mühlen. Sebastian Koch punktete gleich zu Beginn auf den Double von Simon Bäumer. Die Defensive der 89ers konnte aber durch ein schönes Double-Play Schlimmeres verhindern, so dass es nach dem ersten Inning 0:1 für die Gäste stand.

Danach passierte lange nichts, da beide Pitcher sehr stabil waren und auch beide Defensive Reihen gut standen und ihre Pitcher immer wieder durch spektakuläre Plays unterstützten. Es dauerte bis zum fünften Inning ehe die 89ers das Spiel ausgleichen konnten. Atsushi Hashimoto kam per Hit-by-Pitch auf Base. Dröges zweiter Hit an dem Tag füllte die erste und zweite Base. Jaeger konnte mit einem weiteren Hit die Bases füllen und Cordell Bowie das Spiel mit einem Sac-Fly ins Centerfield ausgleichen.Im sechsten Inning konterten die Stealers und legten einen weitere Run nach. Maximilian Müller (2B) kam durch den Single von Lucas Oppermann über die Platte. (1:2)

Erneut übernahmen die Pitcher das Kommando und ließen den Battern kaum eine Chance. Im achten Inning hatten die 89ers wieder mal die Chance, das Spiel auszugleichen. Bei geladenen Bases und einem Aus reagierten die Stealers und wechselten ihren Pitcher aus. Simon Bäumer, der am Tag zuvor schon die Saves für die Stealers in der 1. Bundesliga eingefahren hatte, sollte das Spiel für die Hamburger gewinnen. Der Versuch der 89ers, den Ausgleich mit einem Suicide-Sqeeze über die Platte zu bringen, misslang. Stattdessen kamen die Stealers mit einem Strike-Out und einem Ground-Out etwas glücklich aus dem Inning. Und auch die 89ers reagierten. Mika Kockmann löste Leon Mühlen auf dem Mound ab. Mühlen hatte bis dato ein sensationelles Spiel geworfen. Kockmann ließ keinen Punkt der Stealers zu und die 89ers mussten mindestens einen Run erzielen, um in die Verlängerung zu gehen. Hashimoto musste ein Strike-Out in Kauf nehmen. Dröge kam per Walk auf Base und konnte nach einem Passed-Ball auf die zweite Base vorrücken. Jaeger ging ebenfalls Strike-Out und bei zwei Aus sah es nicht gut aus für die 89ers. Bowie erhielt einen Freilauf der Stealers und bei zwei Aus trat Marc Hoffman an die Platte. Hoffmanns schöner Line-Drive Single ins Centerfield war die perfekte Antwort auf den Intentional Walk und brachte Dröge und somit den Ausgleich über die Platte. Die Stealers kamen dann mit einem Ground-Out aus dem letzten Inning.

Damit hieß es Extra-Innings. Im zehnten Inning wackelte die Defensive der 89ers das erste mal, dennoch konnten die Hamburg Stealers keinen Punkt erzielen. Da auch den 89ers nichts Zählbares gelang, ging es in 11. Inning. In diesem kam es dann ganz bitter für die 89ers. Fischer kam per Single auf Base und jetzt zeigte die Defensive der 89ers Nerven. Koch und Bäumer kamen durch zwei Errors auf Base. Bei geladenen Bases konnte Marvin Mithat Kilic mit einem lockeren Opfer-Flugball die Stealers mit 2:3 in Führung bringen. Van der Thüsen schlug einen weiteren Single und ein erneuter Fehler erhöhte die Führung sogar auf 2:4. Diese ließen sich die Stealers nicht mehr nehmen. In einem der besten Baseballkrimis der letzten Jahre mussten die 89ers ihre erste NIederlage in Kauf nehmen. Am Ende waren es die kleinen Fehler, die den Unterschied machten.


 

Wie gewohnt startete Aaron Toporek, der Import Spieler der 89ers, im zweiten Spiel auf dem Hügel. Toporek konnte den ersten Schlagmann Maximilian Müller zwar noch mit einem Ground-Out zurück auf die Bank schicken. Doch wie schon im ersten Spiel sorgten die ersten Batter der Stealers für Probleme und auch der erste Fehler schlich sich ein. Drei Line-Drives durch die Mitte ließen die Hamburger bereits früh mit 0:3 in Führung gehen. Der Pitcher der Stealers, Marvin Mithat Kilic, musste anschließend zwar einen Hit von Jaeger und einen Double von Bowie in Kauf nehmen, aber Punkte konnten die 89ers im ersten Inning nicht erzielen. Ab dem zweiten Inning war es dann aber auch Toporeks Spiel, der eine Null nach der anderen ans das Scoreboard hängte. Auch Kilic ließ mit seinen Breaking Pitches bis zum vierten Inning nicht viel zu, doch dann gelang es den 89ers auszugleichen. Bowie (1B) und Hoffmann (E5) standen an der zweiten und dritten Base. Hashimotos 2-RBI-Double ins Centerfield verkürzte das Spiel auf 2:3. Durch einen Wild Pitch gelang es auch dem schnellen Japaner zu punkten. Nach dem vierten Inning stand es 3:3.

Beide Pitcher drückten dem Spiel ihren Stempel auf und auch die Defense beider Seiten stand sicher. So stand es im siebten und letzten Inning immer noch Unentschieden und es hieß erneut Extra-Innings. Den Zuschauern wurde an dem Tag alles geboten, was man von einem Spitzenspiel erwarten konnte.Im achten Inning zeigten die 89ers dann aber wie schon in der ersten Partie Nerven. Müller konnte per Strike-Out wieder auf die Bank geschickt werden. Bäumer kam aber anschließend per Walk auf Base. Ein Fehler im Infield sorgte schließlich dafür, dass die Stealers Läufer auf der zweiten und dritten Base hatten, bei nur einem Aus. Van der Thüsens Hit brachte erneut die Führung und durch einen weiteren Fehler konnten die Stealers sogar mit drei Runs davon ziehen.

Jetzt hieß es in der letzten Offensive der 89ers alles oder nichts. Bowie kam per Hit-by-Pitch auf Base. Den Groundball von Hoffmann konnten die Stealers zum ersten Aus an der zweiten Base verarbeiten. Hashimoto und Marvin Voigt schlugen je einen Single und füllten bei einem Aus die Bases. Aber dann kam es wie es in solch einem Spiel kommen musste. Mit einem schönen Double Play beendeten die Stealers das letzte Aufbäumen der 89ers und siegten auch in der zweiten Partie mit 3:6. Coach Strübing fasstepassend zusammen. "Wir haben mehrmals die Chance gehabt, die Spiele zu unseren Gunsten zu entscheiden, haben aber gegen einen starken Gegner aus Hamburg zu viele kleine Fehler gemacht. Am Ende sind wir natürlich enttäuscht und hatten uns viel mehr vorgenommen." Dennoch zeigten die 89ers gegen eine Mannschaft mit vielen bundesligaerfahrenen Spielern, dass sie in den vergangenen Monaten enorm dazu gelernt haben. Das macht Mut für die weiteren Aufgaben, zum Beispiel am 3. Juli im nächsten Heimspiel gegen Holm.


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